Kopfsteinpflaster: Sorten, Formate, Preise und Verlegen
Granit, Basalt oder Porphyr, Klein- oder Großpflaster: was gebrauchtes Kopfsteinpflaster kostet, wie viel du brauchst und worauf du beim Kauf achten solltest.

Altes Kopfsteinpflaster hat, was neue Steine erst nach Jahrzehnten bekommen: abgerundete Kanten, eine gleichmäßige Patina und Farbtöne, die zu historischen Höfen, Einfahrten und Gärten passen. Weil Städte und Gemeinden laufend Straßen umbauen, kommt viel davon wieder auf den Markt. In diesem Ratgeber erfährst du, welche Sorten und Formate es gibt, was gebrauchtes Pflaster heute kostet, wie viel du pro Quadratmeter brauchst und worauf du beim Kauf achten solltest.
Kurz gesagt: Gebrauchtes Granit-Kleinpflaster (9/11 cm) kostet bei Händlern meist 50 bis 60 € pro m², altes Großpflaster 80 bis 120 € pro m². Pro Tonne liegen die Preise je nach Gestein und Sortierung zwischen rund 100 und 270 €. Für einen Quadratmeter Kleinpflaster brauchst du etwa eine Viertel Tonne Steine. Aktuelle Angebote für Kopfsteinpflaster findest du direkt auf restado.
Was ist Kopfsteinpflaster?
Ursprünglich meinte Kopfsteinpflaster Straßenbeläge aus runden Feldsteinen, deren gewölbte „Köpfe“ nach oben zeigten. Daher stammen auch die Namen Katzenkopfpflaster und Bauernpflaster. Heute bezeichnet der Begriff umgangssprachlich fast jedes Pflaster aus gespaltenem Naturstein mit rauer Oberfläche, vor allem die typischen Granitwürfel aus Altstädten. Fachlich spricht man von Natursteinpflaster; die Anforderungen beschreibt die Norm DIN EN 1342.
Gesteinsarten: Granit, Basalt, Porphyr und Sandstein
- Granit ist mit Abstand am häufigsten. Er ist hart, frostbeständig und hält auch Autoverkehr aus. Die Farben reichen von Hellgrau über Gelb-Grau bis Rot und fast Schwarz.
- Basalt ist dunkelgrau bis schwarz und sehr hart. Alte Basaltsteine sind oft glatt gefahren und können bei Nässe rutschig sein, wirken dafür aber besonders edel.
- Porphyr zeigt rötliche, violette und grünliche Töne. Er stammt häufig aus Südtirol und Sachsen und wird auch als Platten und Mauersteine angeboten.
- Sandstein ist weicher und saugfähiger. Er eignet sich für Wege, Terrassen und Beeteinfassungen, weniger für Einfahrten mit schwerem Verkehr.
Formate: Mosaik-, Klein- und Großpflaster
Pflastersteine aus Naturstein werden nach ihrer Kantenlänge eingeteilt. Die Angabe „9/11“ bedeutet: Die Kanten sind 9 bis 11 cm lang, denn gespaltene Steine sind nie ganz gleich groß. Die Werte in der Tabelle sind Richtwerte für ein Pflaster mit üblicher Fugenbreite.
| Bezeichnung | Format (cm) | Gewicht pro m² (ca.) | m² pro Tonne (ca.) | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|---|
| Mosaikpflaster | 3/5, 4/6, 5/7 | 130–170 kg | 6–7,5 m² | Muster, Gehwege, Einfassungen |
| Kleinpflaster | 7/9, 8/10, 9/11 | 200–270 kg | 3,7–5 m² | Höfe, Einfahrten, Wege, Bogenpflaster |
| Mittelpflaster | 12/14, 13/15 | 300–360 kg | 2,8–3,3 m² | Einfahrten, Plätze |
| Großpflaster | 14/16 bis 18/20 | 380–480 kg | 2,1–2,6 m² | Straßen, Höfe mit Lkw-Verkehr, Rinnen |
Viele Angebote, gerade von Händlern, werden in Tonnen verkauft. Mit der Tabelle kannst du umrechnen: Für 40 m² Hoffläche in Kleinpflaster 9/11 brauchst du etwa 10 bis 11 Tonnen, dazu rund 5 % Reserve für Bruch und Zuschnitt.
Was kostet gebrauchtes Kopfsteinpflaster?
Für diesen Ratgeber haben wir 61 Angebote für Natursteinpflaster ausgewertet, die zwischen 2023 und Oktober 2026 auf restado eingestellt wurden. Die Preise sind Angebotspreise inklusive Mehrwertsteuer, meist ab Lager und ohne Lieferung.
| Pflaster | Übliche Spanne | Mittlerer Preis |
|---|---|---|
| Granit-Kleinpflaster 9/11, gebraucht | 45–70 € pro m² | ca. 58 € pro m² |
| Granit-Mosaikpflaster 6/8 und 7/9, gebraucht | 45–55 € pro m² | ca. 50 € pro m² |
| Altes Granit-Großpflaster 15/15 bis 18/20 (Altstadtpflaster) | 80–120 € pro m² | ca. 90 € pro m² |
| Granitpflaster grau, nach Gewicht | 95–145 € pro Tonne | ca. 105 € pro Tonne |
| Granitpflaster rot, schwarz oder alt sortiert, nach Gewicht | 180–275 € pro Tonne | ca. 230 € pro Tonne |
| Altes Basaltpflaster 15/15 | 130–260 € pro Tonne | wenige Angebote |
Drei Dinge fallen bei der Auswertung auf:
- Händler oder privat: Größere Mengen sortierter Steine kommen meist von Natursteinhändlern, viele davon aus Ostdeutschland und Polen. Private Anbieter verkaufen kleinere Reste, oft pro Stück für 0,50 bis 2,50 €, auf Verhandlungsbasis oder sogar zu verschenken.
- Altes Pflaster ist nicht billiger als neues: Historisches, handverlesenes Pflaster kostet oft genauso viel oder mehr als neu gespaltene Steine, weil Rückbau, Reinigung und Sortierung Arbeit machen. Dafür bekommst du die Patina, die neue Steine nicht haben.
- Die Lieferung macht einen großen Teil aus: Eine Tonne Pflaster passt auf eine Palette oder in einen Big Bag. Für 10 Tonnen brauchst du einen Lkw, am besten mit Kran oder Hebebühne. Frag deshalb immer nach einem Preis inklusive Lieferung an deine Postleitzahl.
Worauf du beim Kauf von altem Pflaster achten solltest
- Einheit prüfen: Steht der Preis pro Stück, pro m², pro Tonne oder pro Palette? Rechne alles auf den Quadratmeter um, bevor du Angebote vergleichst.
- Sortierung: Sind die Steine nach Format und Farbe sortiert oder gemischt? Gemischtes Pflaster ist günstiger, macht beim Verlegen aber deutlich mehr Arbeit.
- Bruchanteil: Frag nach dem Anteil gebrochener oder stark beschädigter Steine. Bei gutem Altpflaster liegt er unter 5 %.
- Reste von Mörtel und Fugenmasse: Anhaftender Mörtel lässt sich abschlagen. Vorsicht bei schwarzen, teerartigen Resten: Alte Fugenvergussmassen aus dem Straßenbau können Teer und damit PAK enthalten. Frag nach, ob die Steine gereinigt sind, und lass dir im Zweifel die Herkunft bestätigen.
- Oberfläche: Gespaltene Steine sind rau und rustikal. Gesägte oder geflammte Oberflächen sind ebener und angenehmer für Rollatoren, Kinderwagen und Fahrräder.
- Fotos und Muster: Lass dir Nahaufnahmen geben oder schau dir die Steine vor Ort an. Bei größeren Mengen lohnt sich eine Musterpalette.
Kopfsteinpflaster verlegen: die Grundlagen
Natursteinpflaster wird meist ungebunden verlegt, also in ein Bett aus Splitt oder Brechsand und ohne Mörtel. So bleibt die Fläche wasserdurchlässig, und einzelne Steine lassen sich später wieder herausnehmen.
- Unterbau: Eine verdichtete Tragschicht aus Schotter oder Mineralgemisch trägt die Last. Für Wege und Terrassen reichen oft 15 bis 25 cm, für Einfahrten mit Pkw sind 30 cm und mehr üblich, je nach Untergrund und Frostgefahr.
- Bettung: Darauf kommen 3 bis 5 cm Splitt oder Brechsand, sauber abgezogen.
- Gefälle: Plane 1,5 bis 2,5 % Gefälle ein, damit Regenwasser abläuft, und zwar weg vom Haus.
- Verlegen: Kleinpflaster wird klassisch im Segmentbogen verlegt, Großpflaster in Reihen. Die Steine werden einzeln gesetzt und mit dem Hammer festgeklopft. Die Fugen sind bei Natursteinpflaster breiter als bei Betonsteinen, meist 8 bis 15 mm.
- Verfugen und Abrütteln: Fugen mit Splitt oder Brechsand füllen, die Fläche mit einer Rüttelplatte mit Gummimatte abrütteln und nachfugen. Wer weniger Unkraut in den Fugen will, kann mit Pflasterfugenmörtel arbeiten, verliert dann aber einen Teil der Versickerung.
Kleine Flächen wie Wege oder Beeteinfassungen kann man gut selbst pflastern. Bei Einfahrten und befahrenen Höfen lohnt sich ein Fachbetrieb, denn ein zu schwacher Unterbau ist der häufigste Grund für Spurrillen und lose Steine.
Gebrauchtes Pflaster finden oder verkaufen
Auf restado findest du gebrauchtes und neues Natursteinpflaster von Händlern und privaten Anbietern aus ganz Deutschland:
- Kopfsteinpflaster gebraucht kaufen
- Alle Pflastersteine, auch Beton- und Klinkerpflaster
- Naturstein für Mauern, Treppen und Platten
- Straßen- und Wegebau mit Bord- und Rinnensteinen
Du hast nach einem Umbau Pflaster übrig? Statt es zu entsorgen, kannst du es kostenlos auf restado inserieren. Gib Format, Gestein, Menge in m² oder Tonnen und den Abholort an, dann finden Käufer dein Angebot schneller.
Weiterlesen: Betonblöcke und Legosteine für Mauern und Schüttgutboxen und Baustoffe zu verschenken.
Häufige Fragen
Was kostet Kopfsteinpflaster pro m²?
Gebrauchtes Granit-Kleinpflaster kostet bei Händlern meist 45 bis 70 € pro m², altes Großpflaster 80 bis 120 € pro m². Hinzu kommen Lieferung und Verlegung. Private Restmengen sind oft deutlich günstiger.
Wie viele Tonnen Pflaster brauche ich pro m²?
Für Kleinpflaster 9/11 rechnest du mit etwa 0,25 Tonnen pro m², eine Tonne reicht also für rund 4 m². Bei Großpflaster sind es etwa 0,4 bis 0,45 Tonnen pro m².
Ist altes Kopfsteinpflaster frostbeständig?
Granit, Basalt und Porphyr sind praktisch frostbeständig, sonst hätten sie nicht jahrzehntelang auf Straßen gelegen. Bei Sandstein hängt es von der Sorte ab; frag hier beim Anbieter nach.
Kann ich mit Kopfsteinpflaster eine Einfahrt pflastern?
Ja. Klein- und Großpflaster aus Granit oder Basalt halten Pkw problemlos aus, wenn der Unterbau stimmt. Für Einfahrten sind Steine ab 8 cm Höhe und eine ausreichend dicke, verdichtete Tragschicht wichtig.
Ist Kopfsteinpflaster barrierefrei?
Gespaltenes Pflaster mit breiten Fugen ist für Rollstühle, Rollatoren und Kinderwagen unbequem. Besser geeignet sind Steine mit gesägter oder geflammter Oberfläche und schmalere Fugen. Viele Händler bieten altes Pflaster auch gesägt an.

