Haus aus recycelten Baustoffen in Hannover gebaut

Im April 2018 hat die Firma Gundlach in Hannover den Spatenstich für ein ungewöhnliches Bauprojekt gesetzt: Ein Haus bestehend aus recycelten Baumaterialien. Das Haus aus wiederverwendeten Baustoffen erfüllt nicht nur die Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) sondern wurde auch sehr schnell gebaut: So feierte es bereits am 6. Juli 2018 das Richtfest.

Haus aus Recyclingmaterial © Gundlach

Der Bau des Hauses aus Recyclingmaterial führte zu großem Interesse in der Presse, war es doch ein Novum. Hier wurde zum wohl ersten Mal konsequent versucht, ein Haus aus gebrauchten Baustoffen zu errichten. Ein solches Haus mit entsprechenden Material zu bauen stellt sich schwerer dar, als Anfangs gedacht. Es vergingen fast drei Jahre Planung und der Suche nach Baustoffen bis es mit dem eigentlichen Bauen losgehen konnte. Schwerer als angenommen gestaltete sich, gebrauchte Baumaterialien in der Nähe zu finden, sowie Handwerkerbetriebe, die diese Gebrauchtmaterialien auch einbauen wollten.

Baumaterial Recyclinghaus © Gundlach

Ein weiterer Problempunkt war, dass die benötigten Baumaterialien nicht „just-in-time“ angeboten wurden, weshalb Zwischenlager notwendig wurden, um das Material bis zum Einbau lagern zu können. Während es bei vielen Materialien für die Nutzer kein Problem war, dass diese bereits einmal verbaut waren, gab es zum Beispiel große Bedenken bei gebrauchter Sanitärausstattung. Dies überrascht insofern, als in Mietwohnungen auch nicht bei jedem Mieterwechsel die Sanitärausstattung ausgetauscht wird.

„Ein 100-Prozent-Recyclinghaus wird es wohl nie geben können. Aber zum Beispiel hoffen wir, mit den gewonnenen Erfahrungen bei künftigen Neubauprojekten den Recyclinganteil erheblich erhöhen zu können“, kommentierte Gundlachs Bestandsentwicklerin Corinna Stubendorf das Leuchtturm-Projekt, das mit dem Architekturbüro Cityförster, spezialisierten Fachplanern und dem Institut für Bauforschung in Hannover durchgeführt wurde.

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Baumaterial Recyclinghaus © Gundlach

Wie man an diesem Projekt erkennt, ist noch viel Überzeugungsarbeit in diesem Bereich notwendig. Auch die örtlichen Bauvorschriften, einzuhaltende Normen und die Problematik der Gewährleistung beim Einbau gebrauchter Baustoffe stellen HIndernisse dar, die noch nicht befriedigend gelöst sind. Aber wie bei allen Dingen die unbekanntes Terrain betreten: Es braucht mutige Visionäre, die diesen Weg trotz aller Widrigkeiten als erstes Beschreiten und den Anderen den Weg weisen. Durch die gewonnenen Erfahrungen dieses und weiterer Projekte entwickelt sich hoffentlich in Zukunft eine Herangehensweise, bei der das Bauen mit Gebrauchtmaterialien vom Experiment zum Standard wird.

Das aus Massivholz errichtete Recycling-Haus kann man übrigens mieten! Unter 0511 3109-300 erfahrt Ihr alles weitere dazu!

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